Erst die Tränen – dann die Bronzemedaille


Volleyball: SVC-Mädchen zur Thüringenmeisterschaft auf dem Bronzerang

Sonneberg (rom/phö). Sie hatten auf das Finale und zumindest auf Silber gehofft, die Schützlinge von Peter Höhn und Peter Reißenweber in der Finalrunde der U 16, doch am Ende gab es Bronze und damit nicht die angestrebte Qualifikation für die Regionalmeisterschaft Ende März.

Dennoch ist die Leistung der Mädchen um Mannschaftskapitänin Lisa Oberender ein Erfolg für den Sonneberger Volleyball, denn vor Jahresfrist spielten fast alle noch in der U 14 und gerade in diesem Altersbereich spielt jedes Jahr für die spielerische Entwicklung eine wichtige, bisweilen eine entscheidende Rolle. Der Heimvorteil bei dieser Landesmeisterschaft und die überzeugenden Auftritte bei allen Vorrundenturnieren weckten berechtigte, eigene Hoffnungen im Sonneberger Lager. Allerdings waren die Sonnebergerinnen in eigener Halle trotz ihrer erstklassigen Vorrundenergebnissen nicht favorisiert, denn die Mädchen vom SWE Volleyteam, die allesamt am Erfurter Sportgymnasium trainieren, traten mit mehreren Landesauswahlspielerinnen, von denen drei gar schon zur Sichtung der Nationalmannschaft eingeladen waren, und mit Vorjahresmeister VC Gotha waren andere Teams die Favoriten für das Finalturnier.

Nachdem die Sonnebergerinnen aber in ihrem ersten Spiel gleich gegen den VC Gotha einen super Turnierauftakt hinlegten, und in zwei Sätzen deutlich mit 25:7 und 25:14 dominierten, kamen erste Finalhoffnungen auf, denn man hatte immerhin den Landesmeister des Vorjahres bezwungen.

In der anderen Vorrundengruppe besiegten die großgewachsenen Mädels aus der Landeshauptstadt vor den ca. 150 Fans den VfB 91 Suhl mit 25:11 und 25:17. Auch das zweite SVC-Spiel verlief nach Plan, denn man besiegte Schmalkalden in zwei Sätzen sehr souverän, einer davon endete 25:5.

Im Halbfinale trafen dann die Erfurterinnen auf Gotha, Sonneberg auf den VfB Suhl.

Gegen den Suhler Dauerrivalen der Saison, beide Teams trafen schon vorher bereits sage und schreibe sieben Mal aufeinander, und immer siegte der SVC, legten die Höhn-Mädchen gewohnt los wie die Feuerwehr, schnell führte man 8:2, doch nach dem 11:6 kam unverständlicherweise, plötzlich Sand ins SVC-Getriebe, ein unglücklicher Netzkantenball, Probleme in der Ballannahme und zu zögerliche Angriffsaktionen brachten den VfB immer weiter heran und plötzlich führte Suhl gar mit 13:12. Trotz erneuter Sonneberger Führung mit 16:13 verkrampfte das SVC-Team zusehends. Die SVC-Mädels hatten mehr mit sich selber zu tun,  kein richtig druckvoller Angriff kam mehr zustande. Zwangsläufig ging der Satz in letzter Sekunde mit 24:26 weg, denn Suhl machte kaum noch eigene Fehler, zeigte starke Nerven. Umso erstaunlicher, wie man gleich zu Beginn von Durchgang zwei den Hebel wieder umlegen konnte. In diesem zweiten Satz kam dann eine regelrechte Trotzreaktion des gesamten Teams auf dem Feld, der SVC spielte wieder wie aus einem Guss und zwangsläufig schafft der SVC mit 25:14 den Satzgleichstand. Der Tie Break musste die Entscheidung bringen. Kaum verständlich konnte der SVC seine dominante Linie des 2. Satzes leider nicht fortsetzen, spielte phasenweise sehr unglücklich, alle Netzroller landeten im Sonneberger Feld, und geriet so über die Stationen 2:6 und 4:9 immer mehr Rückstand. Nach einem letzten Hoffnungsschimmer zum 6:9 gelang dem SVC aber überhaupt kein Punkt mehr, die Mannschaft brach regelrecht auseinander. Gnadenlos machte der VfB den Sack zu und man konnte im Suhler Lager richtig jubeln, denn man hatte das Finale, und somit die auch Qualifikation zur Regionalmeisterschaft geschafft.

Alle Sonneberger Akteurinnen brachen verständlich in Tränen aus, von der Galerie kamen viele tröstende Worte. Doch es dauerte eine längere Zeit, bis man bei den Spielerinnen registrierte, auch der Kampf um die Bronzemedaille ist ein lohnenswertes Ziel. Und so konzentrierten sich die Mädchen nach den tröstenden Worten des Peter-Trainergespanns erneut auf die Begegnung gegen den VC Gotha, und holten sich mit 25:12 und 25:15 den 3. Platz bei der Thüringer Meisterschaft.

Im Finale unterlag dann der VfB Suhl dem SWE  Volleyteam erwartungsgemäß mit 0:2, Erfurt feierte seinen souveränen Landesmeistertitel, doch die Glücklichsten in der Sonneberger Lohau-Sporthalle waren die Mädchen des Außenseiters aus dem Hildburghauser Land, hatten sie doch unerwartet im Spiel um Platz 5 Schmalkalden noch hinter sich gelassen.

Bei den SVC-Spielerinnen waren inzwischen die Tränen getrocknet, man trug nun auch die Bronzemedaille mit Stolz und konnte schon wieder ein wenig lachen. Schon am nächsten Wochenende muss man in Hildburghausen wieder auf das Parkett, dann gilt es den Vizemeister in der Bezirksliga der Damen nach Hause zu bringen. Und nächste Woche treten gleich acht Spielerinnen der Mannschaft im Thüringer Finale für das Sonneberger Gymnasium bei „Jugend trainiert für Olympia“ an und spielen da sicher auch keine schlechte Rolle. Langweilig wird es den Mädels in nächster Zeit bestimmt nicht. Auf geht’s.

  1. Sonneberger VC 04 :

Lisa Oberender, Lilly Brehm, Rena Bauer, Sophie Hoffmann, Dora Hauschild, Isra Aljoudeh, Miriam Engel, Sophie Gross, Sofya Tik, Sophie Müller